Maria Montessori – ein Portrait

 

 

Bei ihrer ersten USA Reise 1913 wurde Maria Montessori begeistert empfangen. Die Presse würdigte sie als "interessanteste Frau Europas, die das Erziehungssystem der Welt revolutioniert hat“.

 

Maria Montessori wurde 1870 in Chiaravalle (Provinz Ancona) in Italien geboren und lebte ab 1875 mit ihrer Familie in Rom. 1896 erwarb sie als erste Italienerin den medizinischen Doktorgrad. In den folgenden Jahren arbeitete sie als Chirurgieassistentin, betreute in der ihr verbleibenden Zeit ihre eigenen, sehr armen Patienten und war ihnen Ärztin, Pflegerin und Köchin in einer Person. Da sich Maria Montessori während ihres Studiums für Kinderheilkunde und Psychiatrie interessierte, setzte sie ihre Forschungsarbeit an der psychiatrischen Klinik fort und begann später neben ihrer beruflichen Tätigkeit ein Studium der Pädagogik, Psychologie und Anthropologie.

 

Maria Montessori

In den ersten Jahren nach dem Studium arbeitete sie in diesen Bereichen und befasste sich intensiv mit den Möglichkeiten der Erziehung von Kindern. 


Maria Montessori trat früh für Frauenemanzipation und Abschaffung der Kinderarbeit ein Angeregt durch die Schriften von Jean-Marc Itards und Édouard Séguins entwarf sie ein pädagogisches Förderprogramm für zurückgebliebene Kinder. Ihr Grundgedanke war, über eine Aktivierung der Sinne das Potential der Kinder anzusprechen und zu entwickeln.

 

1907 wird die erste „Casa dei Bambini“ unter Leitung Maria Montessoris eröffnet, eine Bewahranstalt für sozial benachteiligte Kinder aus Arbeiterfamilien. Maria Montessori gewinnt wertvolle Erkenntnisse und „entdeckt“ die außerordentliche kindliche Konzentrationsfähigkeit bei manuellen Aufgaben, sobald den Kindern die freie Wahl eines ihrem jeweiligen Entwicklungsbedürfnissen entsprechenden Gegenstandes ermöglicht wird. Sie entwickelt Arbeitsmaterial, das den Bedürfnissen und dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes genau entspricht.

 

Ihre ungewöhnlichen Erziehungs- und Bildungserfolge wurden rasch bekannt, Besucher aus vielen Ländern reisten nach Rom. Maria Montessori beschloss, sich ausschließlich der Verbreitung und Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Ideen zu widmen. 1907 veröffentlichte sie ihr erstes Buch. In den folgenden Jahrzehnten führten sie ihre Vortragsreisen in viele Länder. 1939 bis 1946 lebte sie in Indien und bildete dort mehr als 1000 Lehrer aus.

 

Während der Planungen für eine Reise nach Ghana, um beim Aufbau des dortigen Bildungswesens zu helfen, stirbt Maria Montessori 1952 an ihrem Wohnort in Nordwijk aan Zee (Holland).

 

"Freiheit bedeutet nicht, dass man tut was man will, sondern Meister seiner Selbst zu sein. Sie ist dann erlangt, wenn das Kind sich nach seinen inneren Gesetzen und Bedürfnissen seiner Entwicklung entsprechend entfalten kann. Das Kind ist frei, wenn es von der erdrückenden Energie der Erwachsenen unabhängig geworden ist."

 

Mehr Informationen zu Maria Montessori:

Eintrag in Wikipedia

Film über Maria Montessori aus Spiegel-TV

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